Der Frauen- und Juniorinnenfußball gewinnt immer mehr an Zuwachs – die gesellschaftliche Akzeptanz wächst. Auch in Hoffeld ist dieser Trend zu spüren.
Das E-Juniorinnenteam wächst in der Saison 2025/2026 von 7 auf 29 Spielerinnen an, die D-Juniorinnen verzeichnen einen Zuwachs von 12 Spielerinnen, womit sie aktuell bei einem Kader von 28 Spielerinnen stehen. Die C-Juniorinnen gewinnen 8 neue Spielerinnen und bestreiten die aktuelle Saison mit einem Team von 19 Spielerinnen. Auch der B-Juniorinnenkader vergrößert sich auf 14 Spielerinnen.

Weil dieser Bereich im Aufbruch ist, greift der SV Hoffeld den Trend auf und veranstaltet zusammen mit dem FC Esslingen am 28. Juni einen „Equal Play Day“. Ziel ist es, ein Zeichen zu setzen und noch mehr Mädchen, Teens und Frauen für den Fußball zu begeistern.

Doch der Frauenfußball musste lange um Sichtbarkeit und Akzeptanz kämpfen. Und bis heute ist der Frauenfußball dem Männerfußball noch nicht gleichgestellt.
Im Jahre 1955 verbietet der DFB es Frauen Fußball zu spielen und Mannschaften zu gründen oder zu führen. Die offizielle Begründung lautet „Im Kampf um den Ball verschwindet die weibliche Anmut, Körper und Seele erleiden unweigerlich Schaden, und das Zurschaustellen des Körpers verletzt Schicklichkeit und Anstand.“ Erst im Jahre 1970 wurde dieses Verbot durch den DFB aufgehoben. 1982 gründetet sich dann die erste deutsche Frauennationalmannschaft, welche bereits 1989 ihren ersten Europameistertitel gewann. Als Siegprämie gab es damals keine Preisgelder, sondern ein Kaffeeservice. Bis heute sind die deutschen Frauen Rekordeuropameister mit 8 Titeln, wovon der letzte 2013 erkämpft wurde.
Ein Meilenstein war das Auftreten von Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus Webb, die 2017 als erste Frau eine Partie in der 1. Männerbundesliga leitete. Im März 2026 setzt Trainerin Marie Louise Eta das nächste Ausrufezeichen als erste weibliche Trainerin in der 1. Männerbundesliga.

Im Jahr 2025 erreichen die DFB-Frauen sogar einen höheren Spitzenwert bei den Zuschauerquoten als die DFB-Männer. Platz 1 belegt das EM-Halbfinale gegen Spanien mit einer Zuschauerzahl von 14,5 Millionen, dicht gefolgt von dem gewonnenen EM Viertelfinale gegen Frankreich mit einer Zuschauerzahl von 10,9 Millionen. Erst auf Platz 3 gastieren die DFB Männer mit dem verlorenen Nations-League Halbfinale gegen Portugal und einer Zuschauerquote von 10,2 Millionen.
Trotz all dieser positiven Entwicklungen müssen sich die Frauen in punkto Gehältern, Berichterstattung und gesellschaftlicher Akzeptanz immer noch den Männern geschlagen geben.

Das monatliche Gehalt einer Bundesligaspielerin liegt laut DFB-Saisonreport 2023/2024 bei ca. 4.000 €. Topspielerinnen schaffen es auf ein Gehalt von ca. 300.000€, während ihre männlichen Kollegen über 20 Millionen Euro pro Jahr verdienen. In keinem anderen Beruf ist die Gender-Pay-Gap so hoch wie im Fußball.
Auch in der medialen Präsenz und Berichterstattung sind Frauen immer noch unterrepräsentiert. Laut einer Studie von MediaAffairs zur Medienpräsenz von Sportlerinnen entfallen nur 21% der Berichterstattung auf weibliche Sportlerinnen, während die männlichen Sportler einen Anteil von 79% einnehmen. Frauensport ist rechnerisch ab dem 18. März 2026 in den Medien unsichtbar.

Aus all diesen Gründen setzt der SV Hoffeld ein Zeichen für mehr Sichtbarkeit, Akzeptanz und Gleichstellung des Frauen- und Juniorinnenfußballs. Der Verein lässt am 28.06. alle Juniorinnen und Frauenteams gegen die Mannschaften des FC Esslingen antreten.
Dazu sind alle Fans und Familien herzlich eingeladen.
Ebenso können fußballbegeisterte Kinder und Jugendliche ihr „DFB-Fußballabzeichen“ ablegen. Hierfür ist keine Vereinsmitgliedschaft erforderlich.

*Medienanalyse im Zeitraum von 1. September 2024 bis 31. August 2025; Untersuchte Medien: Kronen Zeitung, Kurier, Kleine Zeitung, Der Standard, ORF1, ServusTV